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Die ca. 42 km lange Trasse der zweigleisigen Bahnstrecke
für den Hoch-leistungsverkehr
verläuft im Anschluss an das Projekt Lainzer Tunnel
ab Wien zunächst in einem ca. 13 km langen Tunnel (Wienerwald-tunnel) wechselnd hoher
Überlagerung (bis ca. 240 m). Ab dem Westportal bei Chorherrn quert die Trasse in
Form zumeist niedriger Dammstrecken das südliche Tullner Feld bis Atzenbrugg. Danach
kommt das Projekt bis zur Bundesstraße B1 in die Perschlingtalniederungen und in
weiterer Folge am Hangfuß des südlichen Talrandes zu liegen. In diesem Bereich
ist, neben kurzen Einschnitts- und Dammstrecken, die Er-richtung von drei Tunneln
in Offener Bauweise vor-gesehen. Bis zum Projekts-ende
bei Pottenbrunn sind drei weitere
Tunnel in Geschlossener Bauweise (Gesamttunnelstrecke ca. 7,4 km), die durch Freiland-abschnitte
geringer Länge voneinander getrennt sind, herzustellen. |
BGG ist seit Beginn der Trassenauswahl im Hinblick
auf alle geotechnischen und geohydrologischen Belange als Gutachter tätig. Da es
sich um eines der ersten österreichischen Projekte handelt, für das eine Um-weltverträglichkeitsprüfung
durchgeführt wurde, musste Pionierarbeit geleistet werden. In intensiver Abstimmung
bzw. fachüber-greifender
Zusammenarbeit mit den übrigen beteiligten Projektanten
wurden Trassenbeurteilungen und -vergleiche erstellt, Optimierungen hinsichtlich
Lage und Niveau der Bahn-strecke
vorgenommen sowie die Umweltverträglichkeits- erklärung
verfasst, die die Basis für die Trassen-verordnung sowie das nachfolgende Eisenbahn-rechtliche
Verfahren bildete. Von Anfang an wurde ein Konsens mit Gemeinden, Bürgerinitiativen
und Anrainern gesucht, woraus schließlich eine für alle Beteiligten optimale Projektvariante resultierte.
Seit 2003 wird das Bauvor-haben entlang der gesamten Strecke ausgeführt, wobei u.a.
bis zu drei Tunnelvor-triebsmaschinen (TVM) im Einsatz sind. |
Tunnel Atzenbrugg:
Aus geohydrologischer
Sicht war im Falle der Auswahl-trasse (Variante 2/2a) schon
seit Planungsbeginn der Bereich der Querung der Perschlingtalniederung bei Atzenbrugg
sowie des Hochterrassenniveaus bei Michelndorf durch den ca. 2,5 km langen Tunnel
Atzenbrugg ein
besonderes Thema, dem durch die beteiligten Planer sowie die Gemeinden und Bürger entsprechendes Augenmerk geschenkt wurde. In diesem Streckenabschnitt verläuft das Bauwerk
unter dem Grundwasserniveau und bindet gleichzeitig in wechselndem Ausmaß in den
relativen Stauer ein. Im Zusammenhang damit war die Frage der Wirksamkeit von Grundwasserkommunika-tionsmaßnahmen
sowie jene der möglichst umwelt-schonenden
Bauwerks-herstellung zu klären. Zur Vermeidung
maßgebender Einflüsse auf das Grundwasserregime wird eine abschnittsweise Bau-herstellung im Schutze einer wasserdichten Baugruben-umschließung
gewählt. Für den Endausbau
sind umfang-reiche Grundwasserkom-munikationsmaßnahmen
vorgesehen. |