Im Zuge des Ausbaues der Bahnstrecke Wien - Salzburg
zur Hochleistungsstrecke wurde zwischen St. Johann/Engstetten und St. Valentin die
gegenständliche, ca. 13,4 km lange, zweigleisige
Neubaustrecke errichtet. Herzstück
dieses Streckenabschnittes ist der ca. 7 km lange Siebergtunnel. Der Tunnel taucht
durchwegs in das Grundwasser ein und weist über weite Bereiche eine nur geringe
Überlagerungshöhe auf. Die Ausführung erfolgte einerseits bergmännisch von zwei
Zwischenangriffen aus und andererseits mittels Offener Bauweisen
bzw. Deckelbauweise.
Im Bereich der Freien Strecke waren zahlreiche Brücken- und Unterführungsobjekte
herzustellen. |
Das Projekt wurde durch BGG
ab dem Zeitpunkt der Trassenauswahl bis zur Baufertigstellung in den Fachbereichen Geotechnik und Geohydrologie betreut.
Zur Gewinnung von Basisdaten zum Untergrund wurden mehrere Aufschlusskampagnen durchgeführt.
Die Erkundung erfolgte dabei überwiegend mittels Kernbohrungen und anschließenden
Laboratoriumsuntersuchungen. Die Mehrzahl der Bohrungen wurde zu Grundwassermessstellen
ausgebaut. Auf der Basis der auf diese Weise gewonnenen Daten konnte im Verein mit
Kartierungen und Erhebungen ein umfassendes Bild der Untergrund- und Grundwasserverhältnisse
gewonnen werden. Die Untersuchungsergebnisse wurden den Einreichoperaten in
Form von Geotechnischen und Geohydrologischen Gutachten beigelegt. Während des Baues
waren die geotechnische und geohydrologische Baubetreuung sowie eine hydrogeologische
Beweissicherung durchzuführen. |
Der "Bereich West":
Eine besondere Herausforderung aus geotechnischer
Sicht stellte der Westbereich
des Siebergtunnels dar, der in einer extrem rutschanfälligen geologischen Formation
des Oligozänschliers, bei hoch anstehendem Grundwasser, situiert ist. Zur Überwachung
der Hangbewegungen wurden in diesem Bereich acht Neigungsmesser (Inklinometer) sowie
zahlreiche geodätische Messpunkte installiert. Außerdem mussten umfangreiche Hangent-wässerungsmaßnahmen
vorgenommen werden. Unter diesen Randbedingungen sowie auf der Basis eines geomechanischen
Modells wurden entlang dieses Abschnittes drei verschiedene Bauweisen gewählt, die
eine technisch einwandfreie und wirtschaftliche Lösung darstellen. |