Das Baulos TF 6.0 umfasste einen 3 km langen Abschnitt der zweigleisigen Eisenbahn-Neubaustrecke
zwischen Wien und St. Pölten. Im Rahmen dieses Bauloses waren der 663 m lange Hankenfelder
Tunnel und der 729 m lange Saladorfer Tunnel in Offener Bauweise herzustellen. Neben
Ab-schnitten mit Freier Strecke beinhaltete dieses Baulos außerdem noch zwei Straßenquerungen.
Um die Störung ökologisch wertvoller Biotope im Umfeld der Tunnel möglichst gering
zu halten, wurden hohe, steile Baugrubenböschungen ausgeführt. Diese Sicher-ungen
sollten einerseits wirtschaftlich hergestellt werden und andererseits ein hohes
Sicherheitsniveau aufweisen, da bei deren Versagen mit hohen Personen- und Sachschäden
zu rechnen war. Aufgrund der zahlreichen Unwägbar-keiten im Baugrund, die - trotz
sorgfältiger Vorer-kundung - nicht zur Gänze ausgeräumt werden konnten, musste dem
geotechnischen Sicher-heitsmanagement während und nach der Herstellung der Böschungssicherungen
eine große Bedeutung beige-messen werden. |
Neben der geotechnischen und hydrogeologischen Baubetreuung oblag BGG Consult das
geotechnische Sicherheitsmanagement für dieses Baulos. Dieses legt die Überwachungsmaßnahmen,
Zuständigkeiten und Vorgangsweisen bei un-zulässigen Verformungen und/oder Standsicherheits-problemen
fest, um Personenschäden, Schäden am Bauwerk und an Dritten hintanzuhalten. In Rahmen
des geotechnischen Sicher-heitsmanagements wurden folgende Leistungen erbracht:
- Definition des erwarteten Soll-Verhaltens des Systems Bauwerk/Baugrund auf der Basis der statischen Be-rechnungen
- Festlegung der Art und Anzahl der Mess-instrumentarien
- Festlegung der Warn- und Alarmwerte
- Organisation, Auswertungen und Interpretation sämtlicher Messungen
- Durchführung von Inklinometermessungen
- Festlegung der Maßnahmen bzw. Vorgangsweisen bei Abweichung vom erwarteten Soll-Verhalten
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Geotechnisches Sicherheitsmanagement Saladorfer Tunnel:
Für die Herstellung des Saladorfer Tunnels in Offener Bauweise war eine ca.
475 m lange, mit Selbstbohrankern und Freispielankern gesicherte, Spritzbetonwand
einer Höhe von bis zu ca. 18 m her-zustellen. Hierfür wurden im Abstand von 25 m
Profile mit geodätischen Messpunkten (bis zu fünf Punkte pro Profil) und Ankerkraftmess-dosen
festgelegt. Darüber hinaus waren insgesamt fünf Inklinometer und drei 4-fach Extensometer
installiert. Die Ablesung der Daten erfolgte zum Teil elektronisch in kurzen Intervallen
mit Datenfernübertragung. Bei Überschreitungen der Warn- bzw Alarmwerte wurden die
Beteiligten automatisch in Echtzeit über Mobiltelefon informiert, sodass im Bedarfsfall
raschestmöglich Maßnahmen gesetzt werden konnten. |